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Freitag, 17.07.2015 10:58 Alter: 4 Jahr/e
Kategorie: BHV-News

Interview mit Werner Scheidegger (Betreuer EHC Basel KLH)

Der Betreuer einer Eishockey-Mannschaft leistet einen sehr grossen Beitrag, damit sich Spieler und Trainer hundertprozentig auf ihre Aufgaben konzentrieren können, Der Mann "im Hintergrund" bei unserem EHC ist Werner Scheidegger. Reto Büchler sich anlässlich des Basler Hockey-Camps mit ihm unterhalten.


Werni, wie wird man Betreuer einer Eishockeymannschaft?

Ich war schon immer Eishockey-Fan und Saisonkarten-Inhaber beim EHC Basel. Ich wurde angefragt, ob ich mir vorstellen könne, den Job zu übernehmen. Das war der Fall. Ich schätze die Nähe zur Mannschaft. Ich werde gebraucht. Das gefällt mir.

Was sind Deine Hauptaufgaben?

Wichtig ist es für die Spieler, dass sie immer saubere Wäsche haben. Ich wasche daher sehr viel. Dadurch "stinkt" es in der Garderobe auch nicht mehr so extrem. Die dreckige Wäsche kann nach Training und Spiel in einen Korb gelegt werden. Die frischen Utensilien werden dann in einem Wäschesack von mir wieder bereit gelegt. Ich putze die Garderobe, mache kleinere Reparaturen, stelle Material und Werkzeug zusammen und bereite das Essen und Trinken zu. Zudem führe ich eine Materialliste. Es muss immer Material für die folgenden 3-4 Spiele vorhanden sein. Ich gebe dann jeweils den notwendigen Bedarf Christian Müller bekannt, der dann die Ware bestellt. Zu Auswärtsspielen stelle ich Heim- und Auswärtstrikots bereit.

Du bist auch jeweils an den Spielen für eine Bandentür zuständig. Ein gefährlicher Job?

Ja, und auch ein wichtiger. Damit man erkennt wann ein Spieler raus will oder nicht, muss man immer die Augen offen halten und sich konzentrieren. Sie zeigen dies meistens mit Stock oder Kopfnicken an. Wichtig auch für die Mitspieler, damit diese in diesem Moment nicht angespielt werden.

Bis jetzt bin ich von grösseren Verletzungen verschont geblieben. Einmal hatte ich eine "Tomate" an der Schulter und einmal einen Puck in die Magengegend erhalten. Da wir im Gegensatz zu den Spielern keinen Tiefschutz tragen, hatte ich in diesem Fall Glück... In der Hitze des Gefechts kommt es jedoch öfters vor, dass mich ein Stock auf dem Kopf trifft.

Wie hoch ist in etwa Dein Zeitaufwand?

Während des Sommertrainings etwa 16 Stunden die Woche, In der Saison sowie jetzt während der Hockey-Camps etwa doppelt so viel. Ich bin für die Spieler da. Notfalls auch ausserhalb der offiziellen Trainingszeiten.

Dein Verhältnis zu den Spielern?

Sehr freundschaftlich. Sie schätzen meine Arbeit und zeigen Dankbarkeit, ebenso das Trainerteam und die Geschäftsstelle. Dies ist sehr motivierend für mich. Da sehr viel Wert auf die Ordnung in der Kabine gelegt wird, wir mir dadurch aber auch geholfen. Hält sich jemand nicht an diese Ordnungsregeln, gibt es eine Busse. Auch Strassenschuhe haben im Umkleideraum nichts zu suchen.

Du warst auf der "Kunschti" St. Margarethen und nun in der Arena. Was sind die Hauptunterschiede für deine Arbeit?

Neben dem kürzeren Arbeitsweg ist dies sicher die Anzahl der Waschmaschinen (2 statt 1) und Tumbler (3 statt 1).

Bereits konntest Du unsere 1. Mannschaft in den Sommertrainings beobachten. Was ist Dein Eindruck für die neue Saison?

Bis jetzt hat die Mannschaft das Eis nur von aussen gesehen. Die sind also sehr heiss auf das 1. Eistraining. Obwohl gerade Ferien sind, trainieren sehr viele Spieler freiwillig im Fitnessraum oder um die Arena. Alle sind top motiviert. Habe daher ein gutes Gefühl, dass die Spieler kommende Saison alles geben werden, um Erfolg zu haben.

Dein Lieblingsclub ausser Basel?

Da ich jeweils immer am Stephanstag an den Spengler-Cup fahre, ist dies Davos geworden.

Warst Du überrascht über das grosse Zuschauerinteresse letzte Saison?

Ja das war ich. Die Stimmung und Unterstützung waren sehr gut. Was mich jedoch manchmal störte, waren Äusserungen "unter der Gürtellinie" einiger Fans gegenüber unseren Gegnern. Es kam schon vor, dass ich mich beim Gegner dafür entschuldigte. Dass kann nicht sein. Ich erwarte da schon etwas mehr Respekt und Anstand.

Werni, ich danke Dir für das Interview und Alles, was Du für den EHC leistest. Ich wünsche Dir weiterhin viel Spass bei dieser wichtigen Arbeit.