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Samstag, 27.12.2014 15:56 Alter: 4 Jahr/e
Kategorie: BHV-News

Interview mit Hans-Peter Gerber, Präsident EHC Basel/KLH

Das erste Ziel, den "direkten" Einzug in die Playoffs, hat der EHC Basel nach Abschluss der Quali- Runde knapp nicht erreicht. Durch gute Arbeit auf und neben dem Eis konnte jedoch viel Goodwill und Begeisterung bei den Basler Eishockey-Fans ausgelöst werden. Wie hat Club-Präsident Hans- Peter Gerber die letzten Monate erlebt? Reto Büchler hat sich mit Ihm unterhalten.


Hans-Peter, Du hast vor der Saison die direkte Playoff-Qualifikation als Ziel vorgegeben. Warum hat es - wenn auch nur ganz knapp - nicht gereicht?

Ich denke, dass wir das Zeug gehabt hätten um dieses Ziel zu erreichen. Die Mannschaft wollte insbesondere zu Hause Spektakel bieten und vergass, dass man in erster Linie kein Tor kriegen sollte. Das hat der Trainer immer und immer wieder gesagt. Auswärts wurde das mit entsprechendem Erfolg umgesetzt, zu Hause erst als das Messer am Hals war. Die letzten Resultate beweisen das eindrücklich und das stimmt mich zuversichtlich auf unserem Weg diese Saison. Lyss 3:0 unspektakulär zu schlagen tönt allemal besser als in Schönheit zu sterben.

Wir werden erfolgreich sein in den Play-Offs.

Eine Neuigkeit ab dieser Saison ist Deine Begrüssungsrede vor den Heimspielen. Dies kommt bei den Zuschauern durchaus sehr positiv an. Wie kamst Du auf diese Idee?

Ja , ich will nahe an jedem Fan sein, ich fühle mich wohl so und will möglichst viel Positives erzählen können. Ich bin überzeugt, dass das im neuen Jahr immer mehr der Fall sein wird.

Ich gehe jetzt mal davon aus, dass wir die Playoffs über den Umweg der Quali-Masterrunde noch erreichen werden. Was liegt dann noch drin?

Ich hoffe viel. Jedenfalls will die Mannschaft gemäss eigenem Statement am Weihnachtsessen im März 2015 noch Hockey spielen. Wir sind auswärts ja bis jetzt stabil gewesen, so gesehen muss ich eigentlich keine Angst haben.

Nach Deinen Aussagen in verschiedenen Medien will man in den nächsten Jahren wieder oben angreifen und auch einen Aufstieg ins Auge fassen. Ist dies realistisch?

Wir wollen nachhaltig an die Spitze der ersten Liga und dies bereits im nächsten Jahr erreichen. Dann wird die Gunst der Fans und die Breite der Sponsoren entscheiden, ob wir einen weiteren Schritt machen können. Wenn wir Erfolg haben muss sich die Hütte bald noch mehr füllen. Denn dann werden auch die Sponsoren noch vermehrt aufmerksam auf uns. Das ist der Weg.

Im Moment erhält ein Spieler einen Unkostenbeitrag von 1000.-- für Material und Fr 30.-- pro Spiel. Damit ist Basel einer von wenigen 1.Liga -Clubs, welche kein Spielersalär bezahlen. Müsste man für höhere Ziele diese Strategie nicht ändern?

Die Strategie muss angepasst werden. Es gibt in anderen Vereinen ,auch in der NLB, Modelle. Das müssen wir im gleichen Schritt mit dem Erfolg umsetzen. Das einte darf aber nicht vor dem anderen sein.

In der NLB spielen nur noch 9 Mannschaften. Nun will man offenbar Herisau als Farmteam der Lakers in der NLB installieren. Das wäre ja auch für uns etwas, wenn die Rahmenbedingungen - sprich die finanzielle Absicherung - gegeben ist?

Ich darf daran erinnern, dass Herisau mit der gleichen Strategie schon einmal Schiffbruch erlitten hat und von der Bildfläche verschwand. Mit Rappi hat man einen Partner, der sich mit keinem Rappen aus den Sport finanziert. Wenn wir ein Vorbild brauchen schauen wir nach Visp, so wird es gemacht. Eine andere und für mich sicherere Variante ist es, die schulische Infrastruktur unserer Stadt zu nützen und hoffnungsvollen Nachwuchsspielern eine Plattform aufzuzeigen, wo sie den letzten Schritt machen können. Da verhandeln wir schon jetzt.

Eishockey ist ja ein sehr kostenintensiver Sport. Konnte man Sponsoren von letzter Saison halten und wie sieht es in der Zukunft aus?

Wir haben sehr viele halten können. Wenn wir weit kommen in den Playoffs, können wir weitere dazu gewinnen. Wir haben auch schon viele Neue begeistern können. Der Club 1932 ist grösser denn je.

Du erwähnst ja viel, wie Dir der Nachwuchs am Herzen liegt. Bist Du zufrieden mit der Entwicklung der eigenen Junioren?

Teils, Teils. Mit ein bisschen Glück steigen wir mit den Novizen Top in die Elite auf. Dann haben wir geschafft, was Olten und Langenthal nicht haben. Dann spielen wir überall in den höchsten Liegen in der Schweiz. Wir sind aber noch nicht breit genug. Daher gibt es Jahre, wo wir knorzen. Das macht dann keinen Spass, also ist der Hebel dort anzusetzen. Wir brauchen zudem noch einen Profitrainer mehr. Dann können wir das Ziel erreichen und die Arbeit durchziehen.

Hans-Peter, vielen Dank für das interessante Gespräch. Ich wünsche Dir Frohe und besinnliche Festtage, Gesundheit und Erfolg im nächsten Jahr.